Brain & Business

Die neuen Mega-Trends

Created by Roman Wortmann

1. Authentizität siegt über Marken

Das Ende des Marken-Wahns ist nahe. Kids, die Labels (und damit Aktienkurse) steigen und fallen lassen; z.B. Nike (out), adidas (noch in), Hilfiger (Zenit bereits überschritten), etc., suchen nach wahrhaftigen Alternativen. Die Markenhörigkeit hört an den Toren von Factory-Outlets der Firmen Boss, Sander, etc. auf. Immer weniger Konsumenten sind bereit, für den Namen Geld auf den Tisch zu legen. Lieber das Produkt/den Namen ein Jahr später erheblich günstiger kaufen als von seinen Mit-Menschen mitleidig belächelt zu werden, dass man noch zum Original-Preis kauft. Stichwort: Schnäppchenjäger.

Auch der kommerzialisierte Retro-Trend überlebt nicht lange seine eigene Durchschaubarkeit. New Beetle mit Golf-Technik. Die immer kürzer werdenden Zyklen der Moden und Trends haben ihr absolutes Ermüdungspotential bereits erreicht.

Wert bekommt wieder, was Mühe macht. Ein Produkt ausfindig zu machen oder sogar anfertigen zu lassen. Herkunft und Verarbeitung wieder als originären Prozess nachvollziehen zu können. Der rahmengenähte Schuh, die vom Schreiner angefertigte Holzküche; selbst altmodische Rituale wie Tanzkurse erleben einen rasanten Boom. Allen gemein ist der persönliche Aufwand (Informieren, Entdecken, Aussuchen, Handeln, Lernen, Warten), den es das Individuum kostet (immateriell), um ein Produkt/Dienstleistung/Fähigkeit zu erhalten und längerfristig genießen zu können.

Die Konsequenzen für die Industrie. Der Markenwert sinkt und die Anforderungen an unverwechselbare Dienstleistungen gehören bald zum herausragenden Bestandteil des Produktes.

Die Renaissance des Handwerks. Alle Produkte auf deren Entstehung ich Einfluss habe oder sogar individualisieren kann, gewinnen an Mehrwert über das reine Produkt an sich. Die Ablösung der Marke durch die Einzelanfertigung findet statt.

Copyright by Brain & Business, Roman Wortmann, 7.3.99
5. April 1999